Wo liegt St. Urban und welche Beziehungen gibt es zu Weißenau? Das war das große Thema, unter dem die Fahrt des Kulturkreises Eschach e.V. und des Christlichen Familienkreises Weißenau stand. St. Urban, bei Aarau in der Schweiz gelegen, kannte keiner der fünfzig Mitreisenden. Es liegt abseits der üblichen Reiserouten, war aber ein bedeutendes Zisterzienser-Kloster, das Architekt Franz Beer von Bleichten unmittelbar vor Weißenau baute. Die architektonischen Ähnlichkeiten sind verblüffend, es gibt aber auch Unterschiede, da in Weißenau ja die Prämonstratenser die Auftraggeber waren. Sehr spannend war die Führung in zwei Untergruppen durch die umfangreiche Anlage des ehemaligen Klosters. Durch lichtdurchflutete Treppenhäuser ging es in den wunderbaren Festsaal und dann in die bestens erhaltene Bibliothek. Hell und freskenlos präsentierte sich dann die von den Gebrüdern Schmutzer ausstukkierte Klosterkirche, mit beeindruckendem Hochaltar und dem kostbaren Chorgestühl, das die wesentlichen Elemente des Christentums ausdrückt. Beer wurde durch seine zahlreichen Bauprojekte so reich, dass er vom Kaiserlichen Haus in Wien ein erbliches Adelsprädikat erwerben konnte. Sein 300. Todestag wird derzeit in einer Ausstellung in Au im Bregenzerwald, seinem Geburtsort, gewürdigt. Nach den architektonischen Höhepunkten ging es dann ins hervorragende schweizer Restaurant Hirschenbad, wo im Gastgarten ein zweigängiges Menue eingenommen wurde. Am Nachmittag ging die Fahrt weiter über den Jura nach Bad Säckingen am Rhein, mit seiner 400 Jahre alten Holzbrücke. Das dortige mittelalterliche Fridolinsmünster wurde in herausragender Weise barock umgestaltet. Bei der Stadtführung war dann die romantische Liebesgeschichte des Trompeters von Säckingen herzergreifend. Die historische Figur des Trompeters war übrigens völlig unmusikalisch. Aber des Dichters Fantasie will man ja nicht beschränken. Ein Teilnehmer meinte: „Eine eindrückliche Kulturfahrt, mönchisches Leben oder glühender Liebhaber, mehr geht nicht". Zur Abrundung genossen dann die bestens gelaunten Reisenden prima Kuchen und Kaffee im Cafe Heinritz, bevor die Heimreise angetreten wurde.