Trauer gehört zum Leben - Eine Depression ist eine Erkrankung
Bei Menschen, die trauern ist immer eine Verlusterfahrung maßgeblich. Dies ist ein natürlicher Vorgang und bedarf von den umgebenden Personen einen wertschätzenden, einfühlenden Umgang und Zeit, aber keine ärztliche Behandlung. Depressionen hingegen sind eine ernstzunehmende Erkrankung. Depressionen sind die häufigsten diagnostizierten psychischen Erkrankungen. Depressive Personen nehmen die Welt, die eigene Person und die Zukunft negativ wahr. Sie können sich oft nicht von negativen Gedankengängen lösen. Hinzu kommen Konzentrationsstörungen, manchmal Angst und fast immer Schlafstörungen. Dabei ist der Selbstwert zentral beeinträchtigt. Hinzu kommt der Verlust von Interessen, gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit an Aktivitäten, Schuldgefühle, ohne Schuld zu haben, eine stark pessimistische Zukunftserwartung. Hier ist ärztliche Hilfe, medikamentöse Behandlung und meist auch eine Verhaltenstherapie hilfreich. Allerdings zeigt sich bei den Angehörigen oft eine starke Verunsicherung des Umgangs. Und der Verlauf der Behandlung und die Wiederreichung eines normalen Lebens benötigen einen längeren Zeitraum. Dies wurde auch bei der Diskussion der Teilnehmer deutlich, die zahlreiche Fragen an den Referenten Dr. Jochen Tenter stellten. Dr. Tenter, Arzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeut und Geriater, hat 4 Jahrzehnte am ZfP gearbeitet, 3 Jahrzehnte davon als Chefarzt der Abteilung für Alterspsychiatrie und -psychotherapie, konnte dabei außerordentlich verständlich das komplexe Themenfeld in seinem Vortrag darstellen. Organisiert wurde diese öffentliche Veranstaltung vom Krankenpflegeverein Weißenau e.V. – „Das neue Plus im Süden“, von der Solidarität am Ort Obereschach und dem Christlichen Familenkreis.